Die Welt, 11.10.2010

Rebecca Hoppé’s stunningly beautiful scenes from the ballet.

»This book of photos bears the simple yet wide-ranging title ‘Ballet’. Now comes the surprise: it lives up to it, can afford it. Photographer Rebecca Hoppé’s book stands out from the flood of photos on this subject. Her wonderful black/white images of ballerinas and dancers of John Neumeier’s Hamburg Ballet were taken during the period between 2003 and 2007.... And now with a selection of the finest photographs, a stunning set is available. Fleeting glimpses have been captured here for eternity. The essence of the dance speaks from these momentary shots that carry nothing to distract one from the core of the message. Rebecca Hoppé renders time itself visible by letting the work breathe through blurred moments and expressing the subtlest impulses through coarse grain textures. Contours take wing, borders are softened, and thus the dynamism of the dance is given life partly through the energy of the dancers. Captivatingly sharp photos show the precision of dance steps at Hamburg Ballet, but also the stages of the work, in the right light.«


Betörend schöne Ballettbildnisse von Rebecca Hoppé

»Der Bildband trägt den schlichten und großen Titel "Ballett" - und nun kommt die Überraschung: Er löst ihn ein, kann ihn sich also leisten. Das Buch der Fotografin Rebecca Hoppé ragt aus der Bilderflut zum Thema heraus. Die wundervollen Schwarz-weiß Aufnahmen von Tänzerinnen und Tänzern des Hamburg Ballett von John Neumeier entstanden über den Zeitraum von 2003 bis 2007.... Und nun liegt das betörende Gesamtergebnis mit der Auswahl der besten Bilder vor. Die flüchtigen Momente sind für die Ewigkeit eingefangen. Das Wesen des Tanzes spricht aus diesen Momentaufnahmen, in denen nichts vom Kern der Aussage ablenkt. Die Zeit selbst macht Rebecca Hoppé sichtbar, indem sie sie durch Unschärfe atmen lässt, durch Grobkörnigkeiten feinste Regungen ausdrückt. Konturen fließen, Grenzen verschwimmen, so wird neben der Dynamik des Tanzes auch die Energie der Tänzer im Bild lebendig. Gestochen scharfe Aufnahmen setzen kontrastierend die Exaktheit der Schritte, auch der Arbeitsschritte, beim Hamburg Ballett ins rechte Licht«

Hamburger Abendblatt, 11.10.2010

»... In a fascinating way that invariably captures the atmosphere, in wonderful gently shaded black/white photographs the Hamburg-based photographer Rebecca Hoppé here traces a ballet’s path from training studio to performance – from the perspective of the dancers and not from the choreographer’s or his work’s. With all their skills and their personality, after all, it is they who bring energy and imagination to create the ballet – whether one of George Balanchine’s or John Neumeier’s – and bring it to life as art on stage... A large part of the book consists of portrait studies, some of which open it– among these the nude studies of Joëlle Boulogne, Catherine Dumont, Heather Jurgensen, of Otto Bubenicek and Sébastien Thill, to which the use of light and shade gives a seemingly abstract quality. The posed photographs of pairs of dancers like Anna Polikarpova and Ivan Urban, Lloyd Riggins and Niurka Moredo, or Silvia Azzoni and Alexandre Riabko, appear direct and intimate, yet are also sophisticated compositions. A study of Azzoni dancing barefoot leaps to the eye. In her pictures, Rebecca Hoppé does more than simply touch the spirit of dance, for she also gives them something of the original spirit of photography, of capturing the moment of truth ...«

»... faszinierend und stets die Atmosphäre treffend, zeichnet die Hamburger Fotografin Rebecca Hoppé in wundervoll weich schattierten Schwarz-Weiß-Fotografien den Weg eines Balletts vom Trainingssaal bis zur Aufführung nach - aus der Perspektive der Tänzer. Und nicht des Choreografen und seines Werks. Denn sie sind es, die mit Fantasie und Energie, mit all ihrem Können und ihrer Persönlichkeit ein Ballett - sei es von George Balanchine oder von John Neumeier - gestalten und auf der Bühne zu lebendiger Kunst werden lassen... Ein großer Teil sind Porträtstudien, die auch das Buch eröffnen - darunter durch Licht und Schatten abstrahiert wirkende Aktstudien von Joëlle Boulogne, Catherine Dumont, Heather Jurgensen, von Otto Bubenicek und Sébastien Thill. Die inszenierten Aufnahmen von Künstlerpaaren wie Anna Polikarpova und Ivan Urban, Lloyd Riggins und Niurka Moredo oder Silvia Azzoni und Alexandre Riabko wirken intim und direkt, sind aber zugleich raffinierte Kompositionen. Eine für Ballettfotos untypische Studie der barfuß tanzenden Azzoni springt geradezu ins Auge. Rebecca Hoppé berührt in ihren Bildern nicht nur die Seele des Tanzes, sie gibt ihnen etwas vom ursprünglichen Geist der Fotografie, den Augenblick der Wahrheit festzuhalten...«

Tanz, 11.2010

»Vor hundert Jahren belichtete ihr Urgroßvater Emil Otto Hoppé für seine “Studies from the Russian Ballet” unter anderem die berühmten Portraits von Waslaw Nijinsky. Seine Urenkelin tanzte erst an der Schule des Hamburg Balletts, dann trat sie in seine Fußstapfen. Der schlichte Bildbandtitel “Ballett” erzeugt eine merkwürdige Spannung – zwischen Urgroßvater und Urenkelin in einer Zeit, als John Neumeier etwa sein Ballett “Nijinsky” erarbeitete und Rebecca Hoppé erlaubte, seine Tänzer in ähnlichen Studien zu verewigen.

Außergewöhnlich gelungen sind ihr insbesondere die Fotoserien, die den Akt des Portraitierens selbst wie einen Tanz erscheinen lassen. Da knickt der Körper Otto Bubeníceks im Stampfschritt ein, gleich daneben sind seine beiden Hände zu einer Faust geformt – Sébastien Thill springt in der Hocke. Und in Nahaufnahme bildet seine Hand neben dem Sprungfuß die Essenz genau dieser Bewegung – Catherine Dumont tanzt die zerbrechliche Eleganz einer Ballerina, eine Seite weiter ist das Geheimnis dieser Schönheit in einen weichen Pas de deux ihrer Hände gegossen. Der pointierte Blick von Rebecca Hoppé macht dieses Buch zu weit mehr als einem von Heather Jurgensen eingeleiteten Fanbuch für die Freunde des Hamburg Balletts. Es ist Fotokunst, die der Urgroßvater geliebt hätte, allein deshalb, weil die Urenkelin wie er auf jede Kolorierung verzichtet.«

Hamburger Abendblatt, 10.07.2007

»John Neumeiers Tänzer einmal in anderem Licht als auf der Bühne: In ihrer puren Physis und Persönlichkeit porträtierte die Fotografin Rebecca Hoppe die Stars des Hamburg Balletts. Die großformatigen, zwischen kühler Distanz und sublimer Sinnlichkeit gekonnt und kontrastreich ausbalancierten Schwarz-Weiß-Bilder sind im ersten Stock des Levantehauses ausgestellt. Live sind die Tänzer auch noch bis zum Sonntag bei den 33. Hamburger Ballett-Tagen zu sehen.

Das Solistenpaar Anna Polikarpova und Ivan Urban posierte für romantische, mysteriös verschleierte Akte. Sebastien Thill hüllenlos für abstrakte Körper-Studien. Der geometrisch linienklare Kompositionsstil erinnert an die Ästhetik der Fotokünstler Gert Weigelt oder Robert Mapplethorpe. Die Urenkelin des Fotografen Emil Otto Hoppe (1878 bis 1972) - ihm verdanken wir historisch wertvolle Zeugnisse von Tamara Karsawina und Vaslav Nijinsky in Aufführungen der Ballets Russes aus den 20er-Jahren - verschmäht digitale Technik, bevorzugt traditionelle Schwarz-Weiß-Aufnahmen und dramatisches Spiel mit dem Licht.

Sie zeigt auch unbeobachtet und intim wirkende Schnappschüsse hinter der Bühne oder auf der Probe. Doch das inszenierte Kunstporträt ist Hoppes Passion und Stärke. Die einstige Schülerin an Neumeiers Ballettzentrum verfügt über ein antrainiertes Gespür für Form und Gleichgewicht beim visuellen Erfassen der Tanzkünstler hinter der Rollenmaske. Die ins Auge fallende Schönheit ihrer Porträtkompositionen gibt auf den zweiten Blick Züge des Charakters oder der Beziehungen preis. Ivan Urban lässt nicht nur auf der Bühne seine Partnerin in der Luft schweben, auch im Bild. Hoppe transponiert jedoch die Tanzkunst des Paares in eine Metapher für Harmonie und emotionalen Halt im heiklen Balanceakt jeder persönlichen Partnerschaft.“«